Ressourcenorientierte sanitärsysteme
Bei ressourcenorientierten Sanitärsystemen werden menschliche Ausscheidungen und Abwasser nicht als Abfall, sondern als wertvolle Rohstoffe betrachtet. Das Ziel besteht darin, Wasser, Energie und Nährstoffe zurückzugewinnen und dabei die Umwelt sowie die öffentliche Gesundheit zu schützen.
Sie verknüpfen die Bereiche Wohnen, Arbeiten, Lebensmittelproduktion und -Konsum in einem geschlossenen Kreislauf.
Indem wir Abwasserströme getrennt erfassen, innovativ behandeln, und Nährstoffe gezielt zurückführen, können organische Substanzen und Wasser wieder nutzbar gemacht werden. So reduzieren wir den Einsatz von Trinkwasser, senken den Energieverbrauch und schaffen die Grundlage für eine kreislauffähige und resiliente Sanitärversorgung.
Wohnen & Leben
Nur ein knappes Drittel der 142 Liter Trinkwasser beziehungsweise Frischwasser, das ein Schweizer Haushalt verbraucht, kommt aus den Armaturen, mit denen Gläser gefüllt, Teller gespült und Hände gewaschen werden. Der Rest des verbrauchten Wassers wird für Anwendungen gebraucht, welche nicht zwingenderweise Trinkwasserqualität voraussetzen.
Sammeln & Aufbereiten
Für viele Menschen endet die Auseinandersetzung mit dem Thema Abwasser beim Betätigen der Toilettenspülung oder bei der Entfernung von Haaren aus dem Abfluss. Diese Einstellung wird als «Flush and Forget» bezeichnet: Spülen und vergessen. Eine Errungenschaft von gereiften Industrienationen?
Wiederverwenden & Produzieren
Zirkuläre Sanitärsysteme ermöglichen das Nutzen von Ressourcen aus Abwasser. Dieses enthält Nährstoffe, organische Materialien, Energie und natürlich Wasser – ausser es handelt sich um eine Trockentoilette.